Karel Trinkewitz (1931–2014), ein von Silben buchstäblich besessener Künstler, entdeckte in den 1960er Jahren das Haiku für sich, die japanische Kunstform des dreizeiligen Kurzgedichts. Indes wurde aus dem gelernten Surrealisten kein Haiku-Dichter der gewöhnlichen Art. Trinkewitz bebilderte seine Verse, arrangierte sie wie Comics, übersetzte sie aus dem Japanischen, schrieb eigene auf Tschechisch und Deutsch, mischte Sprachen, Medien und literarische Traditionen.

Selbstporträt (1975/76)

Karel Trinkewitz, „Collagen und Objekte“
(Hamburg 1989, S. 24)
© Helga Umland-Trinkewitz